Leitfragen zum Hinterfragen von Diagnosen

von Hagen Böser

Ulrike Borst hat 2003 in der Zeitschrift Familiendynamik einen hilfreichen Artikel über den Umgang mit psychiatrischen Diagnosen geschrieben. Der Artikel orientiert sich an der Nützlich- und Unnützlichkeit von Diagnosen im psychiatirschen Alltag.

Sie hat unter anderem Leitfragen entwickelt, die bei der Relativierung und Kontextverortung von Diagnosen hilfreich sein können:

LEITFRAGEN ZUM HINTERFRAGEN VON DIAGNOSEN

  • Was ist das Ziel der Diagnosestellung?
  • Welche Bedeutungen hat die Diagnose für die Beteiligten?
  • Für wen ist die Diagnose wichtig?
  • Welche Fragen, glaubt man, beantwortet die Diagnose?
  • Welche Informationen glaubt man dadurch zu gewinnen?
  • Was soll die Diagnose mitteilen und wem?
  • Was sollen die einzelnen Symptome mitteilen und wem?
  • Ist die Diagnose respektvoll?
  • Wie kann die Diagnose sinnvoll für alle Involvierten sein?
  • Wie kann sie kollaborativ, maßgeschneidert und nützlich sein?
  • Welche Entwicklungen behindert die Diagnose?
  • Wo hilft die Diagnose bei Entwicklung?
  • Was würdest Du (die Familie, die Versicherung...) in der Therapieplanung / in der Interaktion anders machen, wenn die Diagnose nicht XY lauten würde?
  • Unter welchen Umständen würdest Du die Diagnose aufgeben bzw. ändern?
  • Auf welches Wissen greifst Du zurück, ausgehend von Deiner Diagnose? (Cave: Wis- sen über Verläufe kann in self-fulfilling prophecies münden)
  • Welche Einschränkungen erlebt der Patient in der Lebenspraxis? Wieviel davon er- klärt die
  • Diagnose?
  • Was mutest Du dem Patienten alles nicht zu auf Grund Deiner Diagnose?

Den vollständigen Artikel findet man in der Bibliothek des Systemagazin unter "Borst, Ulrike" kostenlos zum Herunterladen.

Hier der Link: Systemagazin

Zurück